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Buenos AiresHeimatstadt des Tango Ein Freund hat mir ein hübsches kleines Quartier in der Nähe des historischen Stadtviertels San Telmo empfohlen. Pablo Bandero, der Sohn der Besitzer des La Casita kümmert sich um die Gäste. Er ist übrigens Sänger in der Tango-Gruppe Tango Real, die auch auf Berliner Tanzböden nicht unbekannt ist.Die Stadtautobahn ist nicht weit entfernt und auch gut zu hören, aber der Preis von 20$ pro Doppelzimmer ist für hiesige Verhältnisse ganz annehmbar und der Hof, an dem alle Zimmer liegen, ist eine kleine Oase mit einem Feigenbaum, blühenden Blumen und einem grün schillernden Kolibri, der jeden Morgen vorbeikommt, um Nektar zu trinken. Alle Gäste im Haus sind Tangotänzer oder wollen es werden. Die meisten wohnen mehrere Monate hier. Einige sind schon Tango-süchtig. Ich will hier eigentlich nur ein paar Tage bleiben, um mir die Stadt anzusehen, und mal authentischen Tango Argentino zu erleben. Yvette aus Australien wohnt hier seit zwei Monaten und arbeitet als Englischlehrerin. Außerdem tanzt auch sie natürlich fast jeden Abend Tango. Stefanie aus Frankfurt begrüßt mich stürmisch - wir stellen fest, dass wir eine gemeinsame Bekannte haben - und lebt schon seit mehreren Monaten hier, lernt Spanisch und tanzt ... Tango. Im Urlaub Tango lernen wollen auch Domenique und Jeff, ein liebenswürdiges leicht exzentrisches Pärchen aus Frankreich. Es sind noch ein paar andere Gäste da, die ich nicht näher kennen lerne.Abends gehe ich mit Yvette in das angeblich beste Grillrestaurant San Telmos, das La Rotiseria. Klar, in Argentinien muß man riesige saftige Steaks verschlingen, was bei deren Qualität auch nicht weiter schwer fällt. Kein gutes Pflaster für Vegetarier. Am Sonntag geben Pablos Eltern eine Grillparty im Hof. Asado nennt man so etwas. Die Fleischmengen übersteigen alles je Erlebte und der Rotwein ist vorzüglich, ebenso die Soßen. am Sonntag ist Straßenfest auf der berühmten Plaza Dorrego. Es gibt Tangovorführungen (eher mau), kostümierte Porteños so nennen sich die Einwohner von Buenos Aires machen ihren Spaß auf dem Platz. Alles wirkt heiter und nicht so gekünstelt wie bei deutschen Volksfesten. Ich unternehme natürlich einen Ausflug in das legendäre Hafenviertel La Boca. Der Stadtbus ist natürlich überfüllt und qualmt so, wie es sich für Buenos Aires gehört. Überhaupt ist die Luft in den Straßen unerträglich. Nur am Wochenende haben die ständig wehenden Winde eine Chance und machen dem Namen der Stadt alle Ehre. In La Boca gibt es eine aufgemotzte Touristenmeile mit knallbunt angestrichenen historischen Häusern. In den angrenzenden Straßen ist das Leben authentischer. Die bunten Farben sind etwas verblichen und man sieht, dass hier die Boheme der Stadt wohnt. Alles in allem ein hübsches Stadtviertel, an dessen leicht marodem Charme man sich allerdings nach einigen Stunden satt gesehen hat.Wir gehen abends Tango tanzen unter freiem Himmel im Park La Glorietta. Die Stimmung ist hier sehr angenehm und nicht so elitär wie in vielen Klubs. Es werden keine Körbe verteilt und auch Anfänger(innen) haben eine Chance. Nach einer längeren Wanderung durch das Stadtzentrum kaufe ich mir eine Busfahrkarte nach Iguazú, wo ich mir die berühmten Wasserfälle ansehen will. Großstädte sind eben nicht so mein Fall, und ich bin ja Berlin entflohen, um Land, Leute und Natur eines anderen Kontinents kennen zu lernen. © Thomas Pfeffer
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