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Die Halbinsel ValdezPinguine in der Wüste Die Halbinsel Valdés an der argentinischen Atlantikküste ist ein Paradies für Naturliebhaber. Wer sich für einen Argentinienurlaub entscheidet, beginnt praktischerweise meistens in Buenos Aires, um danach so schnell wie möglich nach Feuerland oder nach Patagonien in die Anden zu reisen. Dabei ist mindestens ein Zwischenstop sehr lohnenswert - die Halbinsel Valdés. Die Halbinsel Valdés liegt zwischen dem 42. und 43. Grad südlicher Breite. Jeden Europäer mittlerer Schulbildung wird das ans Mittelmeer erinnern. Man vermutet milde Winter und heiße Sommer, Pinien, Palmen, Weinberge und zum Baden einladende Strände. Hier bestimmt jedoch eine kalte südliche Meeresströmung die Wassertemperatur und der fast immer wehende patagonische Wind trocknet die hügelige Landschaft aus. Das hat zur Herausbildung einer halbwüstenartigen Vegetation geführt. Durch das Aufeinandertreffen dieser Gegensätze und die Abgeschiedenheit der Gegend hat sich hier eine außerordentliche Vielfalt von Pflanzen und Tieren gebildet und erhalten. am interessantesten dürfte das alljährliche Auftauchen großer Gruppen des Buckel-Wales (Ballena Franca Austral) sein, der 1984 auf der 10. IWC-Tagung (IWC - International Whaling Commission) in Buenos Aires zum Naturdenkmal erklärt und unter unbedingten Schutz gestellt worden ist. Die Tiere erreichen die gigantische Länge von 15,5m bei einem Gewicht von bis zu 50t und werden beachtliche 70 Jahre alt. Sie sind ausgesprochen friedfertig und ernähren sich von Krill, einer Planktonart. Im Golfo Nuevo, vor Puerto Pirámides - dem einzigen Dorf auf der Halbinsel - versammeln sie sich im Frühjahr zur Paarung und führen regelrechte Tänze auf. Man kann die Sprünge der Meeresriesen vom Ufer aus betrachten oder an einer (aus Schutzgründen nicht ganz unumstrittenen) "Whalewatching"-Fahrt teilnehmen und die riesigen Tiere aus einem Abstand von wenigen Metern betrachten - ein Anblick, der einem für immer im Gedächtnis haften bleiben wird. Es ist kein Fall eines Angriffes eines solchen "sanften Giganten" auf die oftmals viel kleineren Fischerboote bekannt geworden, wohl aber ist Jahrhunderte lang Jagd auf ihn gemacht worden. Ein einziger Flossenschlag könnte auch eines der größeren Ausflugsboote sofort auf den Meeresgrund befördern. Warum die Tiere so rücksichtsvoll sind, muss wohl ein Geheimnis bleiben. Gestrandete Wale waren für die Ureinwohner Patagoniens - die Tehulche und die Selknam - ein überlebensnotwendiges Geschenk der Natur. Mit dem Eintreffen der ersten Europäer wurde jedoch begonnen, auf die Wale Jagd zu machen - seit 1840 mit Explosivgeschossen. Das brachte einen kurzzeitigen Boom für die Walfangindustrie in der Region und für die Tiere fast das Aussterben.Heute kommen jährlich etwa 80.000 Besucher, um an der Faszination des Paarungstanzes der Riesen teilzuhaben. Wenn ein Wal längere Zeit ruhig an der Oberfläche schwimmt, kann man ihn jedoch auch leicht mit einer kleinen Insel verwechseln, bis man plötzlich die mit der Atemluft unter lautem Fauchen ausgestoßene Wasserdampfwolke sieht. Auch die in Kolonien auf der Haut wachsenden Parasiten erinnern an Korallen- oder Muschelbänke und tragen damit zu diesem Eindruck bei. Um die anderen Attraktionen der Halbinsel zu besuchen, braucht man einen Mietwagen oder man muss an einer geführten Tour teilnehmen, die man zu ganz annehmbaren Preisen in Puerto Pirámide, Trelew oder Puerto Madryn buchen kann. Da sind als größte Absonderlichkeit zunächst die großen Kolonien von Magellan-Pinguinen zu erwähnen, die im antarktischen Winter nach Norden ziehen, um zu brüten. Dabei dringen sie sogar bis an die südbrasilianische Küste vor. Weitere interessante Erlebnisse bieten die Kolonien von Seelöwen und See-Elefanten, die teilweise sogar gemischt am Strand liegen und faulenzen, wenn sie nicht gerade elegant durch das Wasser gleiten, um Fische zu fangen und sich genügend Winterspeck anzufressen. In der Halbwüste wimmelt es von Guanacos (wilde Lamas), Graufüchsen, Stinktieren, Ñandus (Straußenähnliche Laufvögel), Geiern, Flamingos an den Salzseen und vielen anderen Tieren. Nicht unerwähnt bleiben sollten auch die herrlichen einsamen Strände mit riesigen Sanddünen und natürlichen Salzbecken. Das Wasser ist allerdings zum Baden etwas kalt. In Puerto Pirámide gibt es einfache Unterkünfte und einen vor dem unbarmherzigen Wind geschützt gelegenen Zeltplatz mit schattenspendenden Sträuchern. Wer etwas mehr Komfort sucht, kann sich im Badeort Puerto Madryn einquartieren, von wo aus es etwa 70km bis zum Eingang des "Parque National Península Valdés" sind.© Thomas Pfeffer
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