Start Suche Schlagwörter Impressum AGB Preise |
| ||
Chile - Villarrica und SantiagoAraukarienwälder, Vulkane und WahlkämpferIn Villarrica empfängt mich nun aber wirklich der Sommer der Südhalbkugel. Ich genieße ein paar Tage die Wärme und den Sonnenschein. Silvester verbringe ich in einem Radlerquartier. Die "Hospedaje Tore de Suiza" ist so anheimelnd, daß die meisten der Radfahrer die Küche und das Haus nie verlassen, vielleicht brauchen sie ja Erholung nach langen strapaziösen Radtouren. Zu Silvester kocht jeder Herbergsbewohner etwas für die Feier. Ich backe einen Kuchen, da es jedoch in Chile nur gesalzene Butter gibt, schmeckt er dementsprechend, wird aber trotzdem schnellstens verzehrt. Nachts ist ein herrliches Feuerwerk über dem See, am anderen Ufer sieht man die Leuchtkugeln aus dem großen Nobel-Ferienort Pucon aufsteigen. Wir finden, es ist ein bescheidener, aber sehr schöner und feierlicher Übergang ins neue Jahrtausend. Der Vulkan Villarrica läßt ständig eine gleichmäßige Rauchfahne ab und nachts sieht man manchmal einen roten Schein über dem Schlund. Viele Touristen besteigen den Berg, was sehr anstrengend ist und 50$ Eintritt kostet. Außerdem sieht man oben z.Z. angeblich nur dicken Qualm und keine Lava. Schöner soll da schon eine dreitägige Rundwanderung sein. Ich entschließe mich aber für eine Wanderung durch den kleinen aber weniger überlaufenen Nationalpark Huerquehue, was ich nicht bereuen soll. Der Parque National Huerquehue (sprich "Erkeh") ist eines der letzten geschlossenen Araukarienwaldgebiete. Gemäßigte Regenwälder, wie es sie in Europa schon lange nicht mehr gibt. Die Bäume werden bis 60m hoch und sollen über 1000 Jahre alt werden! In etwa 2000m Höhe gibt es herrliche schwarze (so klar) Waldseen, in denen man baden kann. Bei der Kulisse kommt man sich vor wie auf einem anderen Stern. Hier regnet es mindestens 3000mm Niederschlag im Jahr, wodurch alles saftig grün ist und die Bäume mit dicken Moosfahnen behängt sind. Nur die Sommermonate sind freundlicher und bieten längere Sonnenscheinperioden. Am Ende der 5-tägigen Wanderung zelte ich an einer warmen Quelle mit Fußbodenheizung. Ganz alleine mit so einem Komfort! Hier in den niedriger gelegenen Gebieten gibt es Landwirtschaft mit alten abgelegenen Dörfern, üppig blühenden Wiesen und kleinen Wäldchen. Beeindruckend sind die großen Schwärme grüner Papageien, denen man oft begegnet. Das letzte Stück Weg zieht sich ziemlich lange hin, der nächste Ort ist noch 20km entfernt und die Sonne brennt hier schon ganz schön heftig. Ich laufe stundenlang auf eine Piste, mir begegnet aber nur ein Reiter und ein Radfahrer. Dann endlich kommen mir gleich zwei Busse entgegen. Die fahren Kinder in ein Ferienlager. Auf der Rückfahrt nimmt mich einer der beiden mit. Dann geht es weiter nach Santiago. Es ist Wahlkampfzeit (siehe Foto). Die Straßen sind voll von Wahlkämpfern aller Art. Der Sozialist Lagos wird die Wahl gewinnen, obwohl sein linkspopulistischer parteiloser Gegenkandidat scheinbar in der Stadt mehr Sympathie genießt. Im Übrigen werden mir in der Metro die Bergschuhe geklaut, die ich leichtsinniger Weise außen am Rucksack festgebunden habe. Ein herber Verlust, denn Schuhgröße 44 ist in Südamerika offenbar eine exotische Größe. © Thomas Pfeffer
| Fotografie Argentinien Belize Bolivien Brasilien Chile Costa Rica Deutschland Guatemala Indonesien Mexiko Peru Spanien St. Vincent and the Grenadines Venezuela Reiseberichte und Reportagen Südamerikareise Buenos Aires Iguazú Brasilien-Südosten Halbinsel Valdez Feuerland Torres del Paine Moreno Gletscher Fitz Roy Massiv Chile - Mittlerer Süden Villarrica, Santiago Atacama - Wüste Bolivien - Altiplano |